Mit Umverteilen aus der Krise?

Mi 25. Mai 2016

Guenther Sandleben zu

aktuellen Krisentheorien

Kategorie:Vortrag + Diskussion
Einlasszeit: 19:00
Ende: Mi 25. Mai 2016
Mit Umverteilen aus der Krise?

Die große Wirtschaftskrise von 2008/09 hat nur für kurze Zeit das Interesse an einem  tieferen Verständnis der zyklischen Krisen geweckt. Professoren der Ökonomie reagierte zunächst mit dem Eingeständnis, die Grundlagen der Wirtschaftstheorie seien fragwürdig und müssten überprüft werden, um auf diese Weise Krisen endlich erklären  zu  können.  Andere  wiederum  meinten,  in  der  keynesianischen  Theorie  schon eine  zufriedenstellende  Grundlage  zur  Erklärung  der  Krisensituation  gefunden  zu haben.  
Mit der Stabilisierung des Weltmarktes seit Mitte 2009 sind die guten Absichten rasch verflogen. Alles geht weiter wie bisher. Die Lehre von der Harmonie und dem Gleichgewicht der Märkte dient nach wie vor dazu, Krisen als externe Schocks, als extern auftretende, zufällige Ereignisse zu verharmlosen.   
Die  linksorientierte  Krisendiskussion  fällt  kaum  weniger  enttäuschend  aus.  Schon lange vor der großen Krise geriet sie in eine theoretische Sackgasse, als sie die Erkenntnisse  der  1970er  Jahre  über Bord  warf  und mehr  und mehr  die Ursachen  für das Krisengeschehen jenseits der kapitalistischen Warenproduktion suchte, vor allem in den angeblich neuen Entwicklungstendenzen auf den Finanzmärkten.

Guenther Sandleben ist Finanzanalyst und verfasst Bücher zu ökonomischen Themen. 2014 hat er im Neuen-ISP-Verlag gemeinsam mit Jakob Schäfer das Buch »Apologie von links« herausgegeben, das sich kritisch mit unterschiedlichen linken Krisentheorien auseinandersetzt.

Veranstaltet von Oxxupy Bochum, attac Bochum und Bahnhof Langendreer in der Reihe "Für ein richtiges Leben und Arbeiten. Bochumer Debatte", gefördert von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt.

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