Ingrid Strobl

Di 17. März 2020

19:00 Uhr

Lesung &

Gespräch

Kategorie:Lesung
Raum:Studio 108
Ingrid Strobl | Vermessene Zeit - der Wecker, der Knast und ich

Im Dezember 1987 wird Ingrid Strobl in ihrer Kölner Wohnung festgenommen, nach §129a – Mitgliedschaft in einer terroristischen
Vereinigung. Sie hatte einen Wecker der Marke Emes Sonochron gekauft, für einen Bekannten, wie sie sagte, der sie darum gebeten hatte. Dieser Wecker wurde als Zeitzünder bei einem Sprengstoffanschlag der »Revolutionären Zellen« auf ein Lufthansagebäude verwendet, bei dem ein Sachschaden entstand. Mit dem Anschlag wurde gegen die Abschiebepraxis von Asylsuchenden protestiert, was Ingrid Strobl befürwortete. Sie weigert sich, den Namen des Bekannten zu nennen, und bleibt in Untersuchungshaft. Im Juni 1989 wird sie zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil zunächst aufgehoben hat, wird Ingrid Strobl in der Revisionsverhandlung 1990 schließlich wegen Beihilfe zu einem Sprengstoffanschlag zu drei Jahren Haft verurteilt.
Dreißig Jahre später reflektiert sie in diesem sehr persönlichen Buch u?ber Hafterfahrungen, Feminismus und individuelle Verantwortung; dabei fragt sie auch nach den Motiven und der Legitimation von Widerstand und Gewalt.

Ingrid Strobl (*1952 in Innsbruck) arbeitet seit den 1970er Jahren freie Journalistin und Autorin und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a. zu Nationsozialismus und Widerstand, Frauenleben und feministischen Perspektiven.

In Kooperation mit dem Politischen Archiv Bochum

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