THE MOST UNSATISFIED TOWN MIT INITIATIVE OURY JALLOH

Sa 5. Juni 2021

18:30 Uhr

Kategorie:Theater
Eintritt:VVK: 5 € | Erm: 3 €
Raum:Bahnhof Langendreer
Veranstalter: Link zum Stream
Einlasszeit: 18:15
Ende: Sa 5. Juni 2021 20:00
THE MOST UNSATISFIED TOWN MIT INITIATIVE OURY JALLOH | inkl. Nachgespräch mit der Initative in Gedenken an Oury Jalloh*

Seit er Asyl beantragt hat, hat sich Laurence auf sein Leben in Deutschland eingestellt. Er fügt sich den ausgesprochenen und unausgesprochenen Regeln, gründet eine Familie und hoffe, mit seinem eigenen Internetcafé nun endfültig Fuß zu fassen. Auch wenn seine Kinder in der Schule beleidigt werden und ihm die Bedienung verweigert wird: Er glaubt, wenn er sich nur genug anstrengt und nicht auffällt, wird er irgendwann akzeptiert - dem Spott seiner Freunde zum Trotz.

Doch dann verschwindet Rahim, einer seiner besten Freunde. Als kurze Zeit später nur noch verkohlte Überreste aus einer ausgebranntetn Gefänfniszelle auftauchen, stellt sich sein bisher gelebtes Erfolgsrezept als gefährlicher Trugschluss heraus und es beginnt ein unermüdlicher Kampf für die Aufklärung des Mordes. Je mehr Fakten und Ungereimtheiten ans Licht kommen, umso mehr stellt sich die Frage, wie viel Vertrauen in Polizei und staatliche Institutionen überhaupt gerechtfertigt ist und bis wohin wir zu gehen bereit sind, um uns für wahre Gerechtigkeit einzusetzen. Wen schützt dieses System? Und auf wessen Kosten

THE MOST UNSATISFIED TOWN nimmt den gewaltsamen Tod Oury Jallohs im Jahr 2005 zum Anlass, nicht nur um von Rassismus und Polizeigewalt zu erzählen, sondern vor allem auch von Identität, Community und Sichtbarkeit.

Die Gruppe nonegatif zeigt nun ihre fünfte Produktion - diesmal als gefilmter Stream. Seit 2013 beschäftigen sie sich mit Schwarzsein und Weißsein, Intersektionalität, Entmenschlichung und mit so vielem, was das Leben bereichert. Ihre Arbeiten entstammen den Biografien ihrer Teilnehmenden, widerständiger Poesie, der Verarbeitung des Zeitgeschehens und in diesem Fall der Stückvorlage Amy Evans. Zwischen multimedialen Performances, Bühnentheater und Spoken Word Poetry loten sie immer wieder die Verletzlichkeit des Politischen aus.

 

Link zur zweiten Aufführung: Samstag, 5. Juni um 18:30 Uhr unter folgendem Link https://vimeo.com/ondemand/tmut2

Link zum ermäßigten Ticket-Preis(3,- Euro) ist der folgende: https://vimeo.com/r/3eSa/UWNHZFJ3bn

Vorbestellungen werden auf Vimeo nur per Kreditkarte entgegengenommen. Sobald das Video veröffentlicht ist (5.6. um 18 Uhr) kann auch bequem per PayPal bezahlt werden.

*) Der Zoom-Link für das Nachgespräch mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh um 20:15 Uhr: https://us02web.zoom.us/j/85676915450 (Meeting-ID: 856 7691 5450)

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh gründete sich unmittelbar nach dessen Brandtod in der Gewahrsamszelle Nr. 5 des Polizeireviers Dessau-Roßlau am 7. Januar 2005. Oury Jalloh war in Dessau rechtswidrig in Polizeigewahrsam genommen worden und Polizeibeamte hatten ihn auf eine schwer entflammbare Matratze an Händen und Füßen fest gekettet. Nur wenige Stunden später ist er bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh hat die Ermittlungen von Anfang an durch eigene gutachterliche Untersuchungen begleitet und kämpft nicht nur für die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh selbst, sondern will auch den ursächlichen, strukturellen Rassismus durch diskriminierende Gesetze für Asylbewerber*innen, durch gewalttätige Polizeipraxis gegenüber Rassifizierten und durch rechtswidrige Staatsräson der Judikative offenlegen.

 

Text: Amy Evans
Übersetzung ins Deutsche: Huu-Trong Bui
Überarbeitung: Assatou Baldé, Danny Friedrich
Spoken Word: Annika Bode
Choreografie-Training: Celia Hickey
Projektleitung & Regie: Danny Friedrich (Bahnhof Langendreer, Projekt "act now!")
Co-Regie: Aissatou Baldé, Annika Bode
Videografie: Ossei Oesterwind
Zu sehen: Ahmad Aruq, Aissatou Baldé, Annika Bode, Huu-Trong Bui, Hendrik Bünning, Finn Dolinga, Evelyn Dossa, Lea Lucca Gill, Noa Hedwig Lategahn, Edwin D. Lawrence, Markus O., Joey Röhler, Ibrahim Soumah, Santhiya Vanajanathan

Die Arbeit mit nonegatif findet statt im Rahmen des Projekts act now! – der jungen Wekstatt für Theater, Performance und Spoken Word im Bahnhof Langendreer. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalen durch die LAG Soziokultur NRW.

  • Bahnhof Langendreer
  • Wallbaumweg 108
  • 44894 Bochum
  • Tel 0234 / 687 16 10
  • info@bahnhof-langendreer.de