Zum Tod von Dagmar Wolf (1951-2022)

Am 15. Januar 2022 ist unsere langjährige ehemalige Kollegin Dagmar Wolf nach langer Krankheit verstorben.

Seit 1989 hat Dagmar Wolf im Bahnhof Langendreer das Nord-Süd-Büro aufgebaut und die politische Arbeit im Bahnhof Langendreer über lange Zeit geprägt.

Sie hat regelmäßig politische Veranstaltungen zur globalen Ungerechtigkeit, zur politischen Situation in einzelnen Ländern des globalen Südens und zu deren nationalen Befreiungsbewegungen organisiert. Einen besonderen Schwerpunkt hat sie dabei auf die Länder Mittelamerikas und auf Südafrika gelegt. Sie war stark engagiert in der Bochumer Initiative gegen Apartheit (BIGA), später Bochumer Initiative südliches Afrika (BISA).

1998 regte die Bochumer Initiative Südliches Afrika (BISA) an, die nach Kolonialverbrechern benannten Lüderitz-, Peters- und Wißmannstraße in Dulcie-September-Straße, Ken-Saro-Wiwa-Straße und Oliver-R.Tambo-Straße umzubenennen. Diese Straßen wurden schließlich umbenannt in Ottilie-Schoenewald-Straße, Else-Hirsch-Straße und Dr.-Moritz-David-Straße.

Dagmar Wolf hat den Bahnhof Langendreer über Jahrzehnte auch in der LAG3W  (Landesarbeitsgemeinschaft von Dritte-Welt-Zentren und -Koordinationsstellen in NRW) / Eine Welt Netz NRW vertreten. Auch in Bochum hat sie die in der Eine-Welt-Arbeit engagierten im Eine-Welt-Forum organisiert und diese im Beirat der Bochumer Agenda 21 vertreten; dort hat sie sich schon frühzeitig mit Themen der nachhaltigen Entwicklung befasst.

Neben den unmittelbar politischen Themen galt ihre Leidenschaft der Literatur und dem Jazz, insbesondere der freien improvisierten Musik. Weit über Bochum hinaus wirkte ihr Engagement für Autorinnen und Autoren des Südens: Zwischen 1990 und 2010 hat sie über 50 Autor*innen insbesondere aus Afrika und Lateinamerika zu Lesungen in den Bahnhof Langendreer eingeladen, darunter  Toyin Adewale (Nigeria),  Ernesto Cardenal (Nicaragua), Amma Darko (Ghana), Leonardo Padura (Cuba), Lesego Rampolokeng (Südafrika) und Paco Ignacio Taibo II (Mexiko).

Dagmar Wolf hat den Bahnhof Langendreer mit ihrem streitbaren Engagement für eine andere Welt nachhaltig geprägt.

Wir danken Dagmar für Ihre jahrelange politische Arbeit und denken mit großer Wertschätzung an sie. Dagmar hat den Bahnhof Langendreer auf Grund ihrer Krankheit im Jahr 2012 verlassen.

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