
| 19:30 Uhr | Einlass 19:00 Uhr | |
| Bahnhof Langendreer | Halle | |
| AK: 5 bis 10,- € |
nur Abendkasse
Die Villa Kunterbunt in Bochum-Werne ist ein denkmalgeschütztes Gebäude, das 1898 als Direktorenvilla der westfälischen Drahtwerke erbaut wurde. Seit 1981 ist es durchgehend besetzt und gilt damit als eine der ältesten kontinuierlichen Hausbesetzungen Deutschlands. Anfangs stand das Haus leer und sollte abgerissen werden, doch Aktivistinnen besetzten es, um den Verfall zu verhindern. Nach Renovierungsarbeiten schloss die Stadt noch im selben Jahr mit den Besetzerinnen einen mündlichen Nutzungsvertrag. 1991 wurde die Villa unter Denkmalschutz gestellt, und über Jahrzehnte entwickelte sie sich zu einem sozialen Wohn- und Kulturprojekt für bezahlbaren Wohnraum, Gemeinschaft und selbstbestimmtes Leben.
Im Herbst 2025 eskalierte der Konflikt zwischen Bewohnerinnen und der Stadt Bochum. Am 27. Oktober erhielten die Bewohnerinnen ein Schreiben der Stadt, in dem sie aufgefordert wurden, das Haus innerhalb von acht Tagen zu räumen – mit dem Verweis auf erhebliche Brandschutzmängel, die laut Gutachten eine sichere Nutzung verhinderten. Gegen diese Verfügung gingen die Bewohner*innen juristisch vor, unterstützt durch ihren Anwalt Erich Eisel. In Zusammenarbeit mit Solidaritätsgruppen wurde ein öffentliches Plenum abgehalten und eine Demonstration organisiert, an der etwa 300 Menschen teilnahmen. Diese Aktionen führten zunächst dazu, dass die Villa für kurze Zeit erhalten blieb. Doch nur wenige Wochen später folgten neue Mängellisten und eine Sanierungsfrist von drei Wochen, die faktisch nicht zu erfüllen war – nicht zuletzt, weil der Stadt als Eigentümerin über Jahrzehnt vernachlässigte Sanierungsarbeiten zugeschrieben werden.
Nach erneuter juristischer Auseinandersetzung bestätigte das Oberverwaltungsgericht Münster im Dezember 2025 die Räumungsverfügung der Stadt, und am 18. Dezember 2025 wurde die Villa schließlich geräumt. Durch die Räumung verloren viele Menschen ihren Schutzraum und wurden kurz vor Weihnachten Obdachlos.
Die Räumung lief Friedlich. Die Bewohner saßen draußen, sangen und tanzten gemeinsam während sich eine Hundertschaft um sie versammelte.
Seit der Räumung steht eine Mahnwache vor der Villa, bei der Unterstützerinnen und ehemalige Bewohnerinnen regelmäßig präsent sind, um auf die fortdauernde Bedeutung des Ortes hinzuweisen und Solidarität zu zeigen.
Es gibt ein offizielles Kaufangebot der Stadt den die Bewohner eingehen möchten. Die geforderten finanziellen Voraussetzungen für die Sanierung beträgt 1 Million Euro, wobei der Kaufpreis der Villa 1,- € beträgt.
Die Villa Kunterbunt bleibt ein Symbol für gemeinschaftliches Wohnen, sozialen Zusammenhalt und den Kampf um Wohnraum und alternative Lebensmodelle – und viele Unterstützer*innen sammeln weiterhin Spenden, um das Gebäude und seine Geschichte am Leben zu erhalten.
Foto: Villa Kunterbunt

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