Der Bahnhof Langendreer ist ein Ort der Zusammenkunft und des Austausches, in dem sich alle Besucher:innen, Mitarbeiter:innen und Künstler:innen wohlfühlen sollen. Was Wohlfühlen bedeutet, kann von Mensch zu Mensch stark variieren, denn persönliche Bedürfnisse und Grenzen sind individuell und subjektiv.
Diese sind sowohl von unseren Besucher:innen als auch von unseren Mitarbeiter:innen zu achten und zu respektieren. Wir setzen auf ein respekt- und rücksichtsvolles Miteinander.
Leider kommt es in allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammentreffens immer wieder zu Grenzüberschreitungen jeglicher Art. Sexismus und sexualisierte Gewalt, Trans- und Queerfeindlichkeit, Rassismus, Unterdrückung, Ableismus, Antiromaismus, Antisintiismus und Antisemitismus sind nur einige Beispiele struktureller Diskriminierungsformen, die wir als Bahnhof Langendeer aufs Schärfste verurteilen und gegen die wir mit aller Entschlossenheit vorgehen.
Wir dulden kein grenzverletzendes, übergriffiges und diskriminierendes Verhalten.
Im Bahnhof Langendreer wollen wir alle zusammen eine gute Zeit haben, deshalb werden unsere Veranstaltungen so geplant und durchgeführt, dass wir Diskriminierung und Benachteiligung möglichst keinen Raum geben.
Jeder Mensch hat individuelle Grenzen. Die Feststellung, ob eine Grenzverletzung vorgefallen ist, liegt in der individuellen Wahrnehmung der betroffenen Person und ist einzig und allein ihr zu überlassen. Das bedeutet: Wenn eine Person eine Grenzverletzung oder Belästigung als solche bezeichnet, dann entspricht dies ihrer individuellen Wahrnehmung und ist so zu akzeptieren. Die jeweilige Biographie ist entscheidend dafür, wie Gewalt und übergriffiges Verhalten durch Personen wahrgenommen und eingeordnet werden. Individuelle Grenzen müssen von allen respektiert werden: Nein heißt immer nein! Und noch wichtiger: Nur ja heißt ja!
Grenzverletzungen können dazu führen, dass sich Menschen auf einer Veranstaltung unwohl fühlen. Rassistisches, antisemitisches, sexistisches und/oder homo-/transfeindliches Verhalten kann von subtilen Anspielungen über verbale Beschimpfungen bis hin zu physischen Übergriffen reichen und wird von uns nicht toleriert.
Die betroffenen Personen werden unterstützt; ihnen gebührt empathisches und solidarisches Verhalten.
Bei Verstoß gegen unsere Verhaltensrichtlinien können Personen mit sofortiger Wirkung und ohne Erstattung des Eintrittspreises von der Veranstaltung ausgeschlossen werden. Bei besonders schweren Überschreitungen behalten wir es uns vor, ein andauerndes Hausverbot auszusprechen.
Der Verhaltenskodex des Bahnhof Langendreer findet auf allen Veranstaltungen Anwendung. Die Mitarbeiter:innen stehen den Besucher:innen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung, wenn es zu diskriminierendem oder grenzüberschreitendem Verhalten kommt oder der Verdacht besteht.
Natürlich besteht auch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme vor und nach unseren Veranstaltungen per Email: kodex@bahnhof-langendreer.de
Vor, während und nach unseren Veranstaltungen sind wir bemüht, eine barriere- und diskriminierungsarme Umgebung zu schaffen. Leider können wir nicht ausschließen, dass uns oder anderen Akteur:innen dabei Fehler unterlaufen.
Dieser Verhaltenskodex dient allen Beteiligten als Motivation und Aufforderung, den Bahnhof Langendreer zu einer sichereren und inklusiveren Veranstaltungsstätte zu machen.
Der Leitfaden für ein gutes und solidarisches Miteinander hängt im Bahnhof Langendreer an mehreren Stellen öffentlich aus. Unsere Mitarbeiter:innen verfügen außerdem über Kontaktmöglichkeiten zu Anlauf- oder Beratungsstellen.
Diese findet ihr auch auf der Rückseite unseres Verhaltenskodex-Flyers.
Die regelmäßige Reflexion über die Arbeitsweisen und Strukturen in unserem Haus ist Teil des Verhaltenskodex. Um eine möglichst diskriminierungsarme Umgebung zu schaffen, reicht es nicht, einmalig einen Kodex zu erstellen. Diese Arbeit ist ein Prozess, der sich wandeln kann und muss; dazu gehört die konti nuierliche Neubetrachtung und Weiterentwicklung.
Für Anregungen, Feedback, Inspiration und Kritik haben wir deshalb ein offenes Ohr. Schreibt uns gerne an: kodex@bahnhof-langendreer.de